Technik

Die simplen Kreispanoramen lassen sich seit einiger Zeit mit einfacher Software nahezu vollautomatisch auch vom Laien realisieren.

einfaches Kreispanorama, aufgebaut aus mehreren Einzelbildern

Bei den sphärischen Panoramen dagegen sieht das etwas anders aus.
Die für präsentationsreife Kugelpanoramen nötigen Schritte erfordern viel Fachwissen in verschiedenen Fachbereichen. Prinzipiell gibt es eigentlich nur zwei Wege, diese Art Bilder zu erzeugen.
Diese unterschiedlichen Vorgehensweisen haben sehr unterschiedliche Vor- und Nachteile, ich werde sie im folgenden vorstellen.

One Shot
Mit einer speziellen (selbstdrehenden) Kamera kann man alle 360 Grad einer Szene gleitend Schritt für Schritt abscannen.
Wenn man dazu ein Fisheyeobjektiv einsetzt, so hat man anschließend ein Bild, dass einer vollen Bildkugel mit 360° mal 180° entspricht.
(warum heisst es beim Kugelpanorama eigentlich nicht 360° mal 360°?)

Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass das Bild sofort nach dem Aufnahmeprozess fertig ist
Diese Lösung hat aber auch gravierende Nachteile:

  • Die Spezialkameras sind ziemlich teuer.
  • Man benötigt sehr viel zusätzliches Equipment (Stromversorgung, Notebook als Bildspeicher, extrem stabiles Stativ) das neben seinen Kosten auch mit zusätzlichem Gewicht zu Buche schlägt.
  • Duch das zum Teil sehr langwierige schrittweise abscannen können Probleme mit bewegten Bildelementen auftreten. Wenn zum Beispiel ein Auto während der Belichtung parallel zur Scanrichtung mitfährt, wird es in die Länge gezogen, bzw. bei Bewegung gegen die Scanrichtung zusammengedrückt. Ähnlich ergeht es auch allen anderen bewegten Motivdetails.


Multi-Shot
Ich verfolge deshalb einen anderen Lösungsansatz und baue (stitche) meine Panoramen aus mehreren Einzelbildern auf.
Der Nachteil dieser Methode, der Zwang zur Nachbearbeitung, ist dabei gleichzeitig ein wichtiger Vorteil. Denn durch die Möglichkeit der Nachbearbeitung kann man z.B. auch unerwünschte Motivteile verschwinden lassen.

Die zugrunde liegenden Bilder können mit unterschiedlichen Kameramodellen und Objektiven aufgenommen werden.
Die eingesetzten Brennweiten liegen meist zwischen extremen Weitwinkeln und gemäßigten 35mm (umgerechnet auf das übliche Kleinbildformat). Doch meist werden für die Kugelpanoramen nur die sehr kurzen Brennweiten oder Fisheyeobjektive eingesetzt.
Um für perfektes Immersive Imaging gute Panoramen zu haben, sollte man bei der Aufnahme der Einzelbilder auf verschiedene Punkte achten.

Die folgenden Schritte sind zentrale Bestandteile der Schulungen und Workshops zum Thema Kugelpanorama, die ich im Rahmen der Fotoschule-Ruhr durchführe.







4 plus 1

1. Der Nodalpunkt
Mit einem speziellen Stativkopf (Nodalpunktadapter) wird sichergestellt, dass die Kamera immer richtig ausgerichtet ist. Dabei muss man den zur jeweiligen Kamera und Brennweite individuell passenden Drehpunkt (Nodalpoint, NPP (No-Parallax-Point)) berücksichtigen, sonst passen die relativen Positionen der Vorder- und Hintergrunddetails der einzelnen Aufnahmen nicht zueinander.

2. Die Bildanzahl
Je nach Blickwinkel des Objektives werden unterschiedlich viele Bilder fotografiert. Zwischen den einzelne Aufnahmen muss die Kamera um einen bestimmten Winkel gedreht werden.
Die Bilder sollten sich deutlich überlappen. Für normale Objektive (keine Fisheyekonstruktionen) können Sie sich jetzt hier den Bildwinkel sowie die für einen Kreis (bei 30% Überlappung) nötige Schrittzahl und den Schwenkwinkel ausrechnen lassen:

Die Ausrichtung:
Querformat
Hochformat
mm Brennweite
              (entspr.Kleinbild)

Die Fotos werden, soweit möglich, mit einem stabilen Stativ gemacht, aber es geht (mit etwas Glück und etwas Können in der Bildbearbeitung) auch aus der Hand.

3. Belichtung
Vor der Aufnahme der Einzelbilder muß unbedingt die Belichtung aller Bilder aneinander angepasst werden. Bei Digitalkameras sollte dabei auch der Weißabgleich berücksichtigt werden, denn Bilder mit unterschiedlichen Helligkeiten oder Farbtemperaturen lassen sich nur sehr schwer zusammenfügen.

4. Das Optimieren, Verbiegen (Remapen) und Zusammensetzen (Stitchen)
Nach dem eigentlichen Fotografieren werden die Einzelbilder dann im Rechner zu einem Panorama weiter verarbeitet.
Die Bilder werden dazu zuerst der besonderen Darstellungsweise in der Bildkugel angepasst. Dazu muss jedes einzelne Bild entsprechend der vorher erprobten Werte des jeweiligen Objektives für die Bildkugel passend verformt werden.
Dabei helfen die Panorama Tools von Prof. Dersch.
Diese Panoramatools sind zwar recht aufwendig in der Einarbeitung und es ist auch nicht ganz so einfach, damit Panoramen zu stitchen, aber die Qualität gerade auch der Kugelpanoramen rechtfertigt den Aufwand! Und die Panoramatools können gleichzeitig auch die Vorbereitung für das Stitchen, das Zusammenbauen der Bilder zu einem Kugelbild, unterstützen.
Mittlerweile gibt es auch einige gute Bedienhilfen für die Panoramatools, z.B. PTMac und PTGui. Dadurch wird der Umgang mit dieser Software drastisch erleichtert.
Nach dem Remappen und der Vorbereitung zum Stitchen in den Panoramatools werden die Bilder anschließend in der Bildbearbeitung zum eigentlichen sphärischen Panorama zusammengesetzt.
Gerade bei Bildern mit Personen, die sich zwischen den Einzelaufnahmen bewegen können, ist es jetzt ein großer Vorteil, die Bilder alle einzeln anpassen und überblenden zu können.


Aufnehmen, Remappen, Einfügen

Zu kompliziert?
Wenn Sie zwar gerne Panoramen einsetzen würden, z.B. auf Ihrer Website, Ihnen das alles aber viel zu kompliziert ist, kein Problem!
Nehmen Sie mit mir Kontakt auf.
Ich kann dann gerne die gewünschten Bilder aufnehmen und bearbeiten, bis hin zur vollständigen Einbindung in Ihre Website.
Und keine Angst, so teuer ist das gar nicht, die Kosten bewegen sich im üblichen Honorarrahmen.

Schulung
Sollten Sie aber z.B. häufiger Bedarf an Panoramabildern haben und deshalb (oder aus andere Gründen) die Sache selber in die Hand nehmen wollen, so kann ich Sie mit einer Schulung für Sie und/oder Ihre Mitarbeiter unterstützen.
Durch diese Schulungen oder einen Workshop im Rahmen der Fotoschule-Ruhr können Sie viel Zeit und Geld sparen.
Zeit, die sonst u.a. für langwierige Recherche und Experimente gebraucht würde.
Und Geld, das sonst evtl. in unsinnige Software oder unnötige Hardware investiert würde.